Die MAINSTREET-Zeit

MAINSTREET in der ursprünglichen Besetzung mit der Richard Oesterreicher-Bigband 1980: Ernst Schuller, Gerald Neuhauser, Monika Grobauer, Willi Dussmann.

MAINSTREET waren der größte und längste Abschnitt in meinem Musikerleben. 28 Jahre lang (1980 – 2008) war diese Gruppe mein Herzensprojekt, 16 verschiedene Sängerinnen und Sänger waren in dieser Zeit mit mir dabei. Wir haben fünf Alben aufgenommen, von denen noch vier hier im Shop erhältlich sind und in Spitzenzeiten hatten wir 90 bis 100 Konzerte pro Jahr im gesamten deutschsprachigen Raum. Wir wollten es wissen und haben zumindest in Österreich den a cappella-Himmel erreicht. Ich möchte diese Zeit nicht missen und erinnere mich sehr gerne daran zurück.

MAINSTREET 2004 in ihrer erfolgreichsten Besetzung. Von links: Bernd Kronowetter, Anita Horn, René Kovats, Marianne Schöftner, Willi Dussmann.

Das Ende einer Ära: Das letzte offizielle MAINSTREET-Foto mit dem Team aus Ton- und Lichttechnikern, Merchandising, Management, Fotografen und einigen Fans. aufgenommen nach dem letzten Konzert am 21. Dezember 2008 im Wiener Metropol. In dieser Besetzung sind anstatt René Kovats Christoph Wigelbeyer und anstatt Marianne Schöftner Antje Kohler zu sehen.

Wenn es der MAINSTREET-Kalender erlaubte arbeitete ich in all den Jahren auch auf der Bühne und im Studio als Chorsänger unter anderem für Stars wie Harry Belafonte, Peter Alexander, Udo Jürgens, Harald Juhnke, Caterina Valente, Peter Kraus, Marlene Charell, Drafi Deutscher, Nicole, Claudia Jung u. v. a. Das waren jedesmal besonders schöne Erlebnisse und die Anekdoten würden heute locker ein Buch füllen. Beim Eurovisions Song Contest in Rom sang ich mit Thomas Forstner und auch Werbespots und Senderjingles waren immer eine willkommene und angenehme Abwechslung. Mit meinem langjährigen Freund Andy Borg stehe ich auch heute noch auf der Bühne, meist bei dessen Konzerten in Deutschland.

Und wie sieht nun meine Solo-Karriere aus? Wo Willi Dussmann draufsteht ist vieles drin: So mancher Hit aus meiner Jugendzeit – die immerhin bis in die siebziger Jahre zurückreicht – allerdings mit eigenen Texten im österreichischen Dialekt, aber auch eigene Titel, die viel Autobiografisches mitbringen („Glas“, „Servas, mei Freind“). Mit 64 habe ich doch schon einiges zu erzählen und es ist so, wie es bei MAINSTREET war: Die gelungene Mischung macht’s. Ein bisschen Austropop, ein bisschen „Oide Hodern“ („Hotel California“, „That’s Life“), ein paar Lebensweisheiten, die jeder nachvollziehen kann („Fliag mit ’m Adler“, „Vü‘ erlebt“). Zwölf Songs, die sich – wie ich hoffe – wohltuend vom täglichen Schlagerbrei abheben.